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Update 31.03.2019 – Fotos der VERNISSAGE und KONZERT: MÁRO und Musik vom Aelius Trio

  • By paqueklavier
  • Published Montag, der 25. März 2019
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Liebe Kunst- und Musikfreunde,

Am 30. März 2019 fand die Vernissage des Künstlerduos “Antonio Máro” statt. Zum Auftakt gibt es, wie es inzwischen ja Tradition ist, immer ein Konzert, das diesmal vom Aelius-Trio aufgeführt wurde.

Und dieser Auftakt ist überaus gut gelungen, da die Musiker mit ihrer Begeisterung für die Musik das Publikum wahrlich mitrissen. Angefangen mit dem fröhlichen und quirligen Trio von Haydn fanden Jennifer Seubel (Flöte), Marco Sanna (Klavier) und Elio Herrera (Cello) einen sehr schönen klassischen Einstieg, der auch gleichzeitig den Leitgedanken dieses Konzerts vorwegnahm: es soll Spaß machen und Freude bringen. Dies verstanden die Musiker sehr gut umzusetzen, wobei sie auch sehr darauf bedacht waren, als ein geschlossenes Ganzes aufzutreten. Man hatte nie das Gefühl, dass sich ein Instrument in den Vordergrund drängte. Alles passte harmonisch sehr gut zusammen. Nichtsdestotrotz verlangten die Stücke auch persönlich hohe spielerische Qualitäten, wie sich in manchen Passagen immer wieder zeigte, die die drei Musiker souverän meisterten. Auch das Trio von Beethoven versprühte einen lebhaften Esprit, der sicherlich auch dem noch jungen Alter des Komponisten geschuldet war. Geschrieben war das Stück ursprünglich für Klavier, Flöte und das Fagott anstelle des Cellos. Doch erlaubt die Komposition durchaus auch das Spielen eines Cellos, da die Tonlage in etwa auf der gleichen Höhe mit dem Fagott liegt. Beethoven zu hören gestaltet sich immer als besonders interessant, war er doch ein Hauptakteur der Hochklassik, der zudem den Sprung zur Romantik vorbereitete. In diesem Stück lässt sich besonders der Bezug zur Klassik gut nachvollziehen, sodass sich viele Parallelen als auch natürlich einige Unterschiede im direkten Vergleich zu Haydn nachvollziehen ließen. Der eigentlichen Höhepunkt war jedoch für viele Besucher die “Vier Jahreszeiten” von Piazzolla. Wer bis hierhin noch nicht munter war, der wurde es mit Sicherheit jetzt! Die rhythmische Lebendigkeit dieses Komponisten des 20. Jahrhunderts, der einen großen Einfluss auf die Entwicklung des südamerikanischen Tangos hatte, brachte nahezu jeden in Versuchung, selbst mitzutanzen, als das Trio diese wunderbaren Stücke spielte.
Eine sehr schöne Vorstellung!

v. l. n. r.: Jennifer Seubel, Marco Sanna, Elio Herrera; Foto: Johannes Paqué

Um 17 Uhr fand dann die eigentliche Eröffnung der Ausstellung statt. Leider konnte Apolo Ramirez es aufgrund einer Krankheit nicht zur Vernissage schaffen, doch war sein Sohn gekommen, der mit ihm schließlich das Künstlerduo Antonio Máro bildet.
Den Einführungsvortrag hielt Johannes Paqué im Dialog mit Rafael Ramirez. Johannes Paqué sprach zunächst über das Leben von Apolo Ramirez, der in Peru in einem kleinen Dorf zur Welt kam. Schon früh entwickelte er eine Leidenschaft für die Kunst, wobei besonders Werke von Willi Baumeister, Picasso, aber auch von deutschen Künstlern des Mittelalters wie Hans Holbein der Jüngere eine große Rolle in seinem späteren künstlerischen Werdegang spielten. Doch da die Kunst oftmals aber auch eine “brotlose Kunst” ist, studierte er später neben der Kunst auch Medizin. Hierdurch fand er schließlich nach Deutschland, wo er seine spätere Frau kennen lernte, mit der er vier Kinder großzog. Auch während seiner Tätigkeit als praktizierender Arzt malte Apolo Ramirez unentwegt weiter. Er wurde zudem Meisterschüler von Willi Baumeister, den er als Kind ja schon verehrte, und beide verband zu Baumeisters Lebzeiten auch eine tiefe Freundschaft. Wenn man ihn fragt, was es denn sei, das er bis jetzt noch von Baumeister beibehalten habe, dann gibt er stets die Antwort, dass es gerade die kleinen farblichen Akzente innerhalb eines Bildes sind, die seinen gesamten Charakter beeinflussen. Und wenn man sich die Bilder anschaut (s.u.), dann fällt auch genau dies oftmals auf. Betrachtet man den Flötenspieler (sh. Bild ganz unten) beispielsweise, so macht der unscheinbare rote Farbakzent doch sehr viel in der Eigendynamik des Bildes aus. Insgesamt sind es immer die Farben, die für beide Künstler im Vordergrund stehen und denen die gesamte Bedeutung des Bildes zukommt. Die Kunst von Antonio Máro steht für sich. Sie ist nicht repräsentativ, nicht vergeistigt und intellektuell überhöht. Rafael Ramirez hatte das schon sehr früh verstanden. Bereits mit 12 Jahren arbeitete er im Atelier zusammen mit seinem Vater und ist seitdem maßgeblich an den Werken von Antonio Máro beteiligt. Beide Künstler verfolgen ganz unterschiedliche künstlerische Herangehensweisen: Für Apolo Ramirez steht das Experiment im Vordergrund, während Rafael Ramirez eine sehr durchdachte und konzeptualisierte Strategie in der Malerei verfolgt. Die Zusammenarbeit beschreiben beide Künstler als Jazz, wobei unterschiedliche Temperamente aufeinander treffen und sich gegenseitig ergänzen, sodass am Ende ein unnachahmliches Kunstwerk entsteht, das die Qualitäten beider Künstler in sich gleichermaßen vereinigt.

Mehr über die Kunst von Antonio Máro sowie die Bilder der Ausstellung können Sie übrigens auch im Katalog finden, der extra für die Ausstellung gedruckt wurde. Er enthält zudem eine Originalsignatur der Künstler und wurde in einer kleinen Auflage von 50 Stück produziert. Der Katalog kann für 15,- € erworben werden.

Die Ausstellung ist bis zum 18. Mai 2019 zu besichtigen, nach vorheriger Absprache auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten (Samstags 14-18 Uhr). 

v. l. n. r.: Rafael Ramirez Máro, Gabriele Paqué, Johannes Paqué; Foto: Jonas Kahn

Video der Vernissage


Liebe Kunst- und Musikfreunde,

Die beiden Künstler Antonio Máro und Rafael Ramirez Máro, Vater und Sohn, sind bereits langjährige Wegbegleiter unserer Galerie und es ist jedes Mal eine Freude, sie in unseren Räumen begrüßen zu dürfen!
Der in Peru geborene Maler Antonio Máro (geboren als Apolo Ramírez Zapata) war schon seit seiner Kindheit der Kunst zugeneigt, doch war es in der Familie nicht gern gesehen, dass sich der Sohn mit solch einem brotlosen Unterfangen beschäftigte und so malte er zunächst unter einem Pseudonym. Letztlich studierte er Medizin in Deutschland und war lange Jahre in diesem Beruf tätig. Durch die ermunternden Worte seiner Wegbegleiter hörte er jedoch niemals auf, als Künstler aktiv zu sein und so wurde er ein Schüler von Willi Baumeister. Inzwischen hatte sich Antonio Máro bereits einen Ruf als Künstler gemacht, sodass er letztlich nicht mehr gezwungen war, als Mediziner weiterzuarbeiten. Seit 1972 arbeitet er zudem sehr eng mit seinem Sohn Rafael zusammen und beide entwickelten den Máro-Stil, der in all seinen Werken unverkennbar ist. Ihr Stil ist zudem geprägt von der präkolumbianischen Kunst und Kultur der indigenen Bevölkerung Perus.
Rafael Ramirez Máro ist auch unter seinem eigenen Namen als Künstler berühmt geworden, wobei sein Oevre, in Anlehnung an klassische Maler wie Leonardo Da Vinci und Goya, die klassische Porträtmalerei sowie die Darstellung von Individuen, als Ausdruck ihrer Zeit, umfasst.
2018 wurde Antonio Máro, der bis heute noch künstlerisch sehr aktiv ist, 90 Jahre alt und so beschlossen Vater und Sohn, diesen Geburtstag mit einer Ausstellungsreihe das ganze 91. Lebensjahr hindurchzufeiern! Beide Künstler entwickeln den Máro-Stil unentwegt weiter und so werden Werke aus verschiedenen Schaffensperioden von Máro zu bewundern sein.

Den musikalischen Auftakt dieser Ausstellungseröffnung liefert das Aelius Trio, bestehend aus Jennifer Seubel (Flöte), Elio Herrera (Cello) und Marco Sanna (Klavier). Zu hören sind Stücke von Joseph Haydn, Heitor Villa-Lobos, Louise Farrenc und Astor Piazzolla.

Drei junge, enthusiastische und außergewöhnlich engagierte Musiker der Musikhochschule Köln gründeten im jahre 2018 das “Aelius Trio”. Jennifer Seubel, Flöte, Elio Herrera, Cello, und Marco Sanna, Klavier, teilen eine große Leidenschaft für Kammermusik.
Diese relativ ungewöhnliche Besetzung hat es sich zum Ziel gesetzt bekannte und unbekannte Werke zu erforschen und zu interpretieren. Bekannte klassische Trios reihen in ihren Konzertprogrammen Werke von Haydn, Mozart und Beethoven und interessante, weniger bekannte Werke von Komponistennen (Louise Farrenc) oder von in Vergessenheit geratenen Komponisten (z.B. Ferdinand Ries) aneinander.
Der Eklektizismus des “Aelius Trio” zeigt sich, wenn die drei Musiker auch Werke der “Neuen Musik”, sowie Crossover/Jazz oder der Tango-Welt mit zum Beispiel dem ganzen Zyklus der Jahreszeiten von Astor Piazzolla darbieten.

Aelius Trio


Samstag, 30. März 2019

Musikstudio & Galerie: Gabriele Paqué
Blücherstraße 14

53115 Bonn

Galerie ab 15 Uhr geöffnet                                  Die Künstler sind anwesend

15:30 Uhr: klassisches Konzert

mit dem Aelius Trio. Eintritt frei – Spende erbeten!
Weitere Informationen zum Konzert finden Sie weiter unten.

Einführungsvortrag von Johannes Paqué
um 17 Uhr

Danach Rundgang mit den Künstlern durch die Ausstellung

 


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Werke der Ausstellung


Programm:

Joseph Haydn (1732-1809)
Trio in D, Hoboken XV:16
– Allegro
– Andantino più tosto Allegretto
– Vivace assai

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Trio G-Dur, WoO 37
– Allegro
– Adagio
– Thema andante con variazioni

Astor Piazzolla (1921-1992)
Las Estaciones Portenas (Die vier Jahreszeiten) für Ensemble
– Frühling
– Sommer
– Herbst
– Winter

Der Eintritt ist frei!
Um eine Spende wird gebeten.


Foto: Johannes Paqué

Antonio Máro

Antonio Máro (Apolo Ramírez Zapata) (* 1928 in Catacaos, Piura, Nord-Peru) ist ein peruanischer Künstler.
Máro begann bereits als Kind zu malen. Sein erster Lehrer war der Belgier Ricardo Grau, seinerzeit Direktor an der Kunstakademie von Lima. Als Medizinstudent kam er nach Deutschland, wo er bei Willi Baumeister studierte. Seit 1972 arbeitet Antonio Máro (alias Apolo Ramírez ) unter diesem Künstlernamen zusammen mit seinem Sohn Rafael Ramírez und beide entwickeln unter diesem Künstlernamen den Máro-Stil.
Die geistigen Wurzeln von Máros Werk liegen in der präkolumbianischen Kunst und Kultur seiner Heimat Peru. Beide Künstler leben und arbeiten heute in Hauset, Belgien.

Rafael Ramirez Máro

Rafael Ramírez ist nicht nur in biographischem Sinn ein Weltbürger, der in unterschiedlichen Ländern gleichermaßen eine Heimat gefunden hat, er ist es vor allem auf künstlerischem Gebiet. Virtuos wechselt er zwischen den unterschiedlichen Epochen der Kunstgeschichte. Er lässt in seinem Werk Rembrandt ebenso lebendig werden wie Tintoretto, Goya oder Leonardo da Vinci. Zwischen zeitlicher Nähe und einem jahrhundertelangen Abstand besteht für ihn kein Widerspruch. Ihm geht es um die künstlerischen Ausdrucksformen von Gefühlen, Gedanken oder Visionen, die in unterschiedlichen historischen Gewandungen daherkommen, aber stets auf den gleichen überzeitlichen Ursprung hindeuteten.
Jene epochalen Bezüge, die für den Betrachter von Ramírez´ Werken nachvollziehbar sind, sind durch die Möglichkeiten und Sehgewohnheiten unserer Zeit gespiegelt. Die Kunst des 20. Jahrhunderts trägt einen fragmentarischen Charakter und verfügt nicht mehr über den geschlossenen Horizont wie die Werke vergangener Epochen. Es ist möglich, unterschiedliche Epochen mit ihren Ausdrucksmöglichkeiten nebeneinander zu stellen und mit den Mitteln der Moderne wie “Infinito” und “Assemblage” zu einer Synthese zu führen. Im Vordergrund steht dabei das Gefühl, das künstlerische Werke bei dem Betrachter auslösen.
Ramírez´ Malerei lebt von tiefen Empfindungen und deren künstlerischer Darstellung. In seinen Werken offenbart sich das Staunen über die grenzenlosen Möglichkeiten der Kunst, Zeiten und Räume zu überwinden und in Tiefen vorzudringen, die dem oberflächlichen Blick verborgen bleiben. Die Ergriffenheit von der suggestiven Kraft der Farbe und der Form teilt sich dem Betrachter mit. Um die Möglichkeit des Nach-empfindens, des in sich Aufnehmens von Gefühlen über Räume und Zeiten hinweg, geht es. Der Maler lenkt den Blick auf das Detail, auf unscheinbare Gesten, die in einem Drama ebenso zum Ausdruck kommen wie in einer musikalischen Komposition oder im Tanzschritt einer Flamencotänzerin, den der Künstler mit kennerhaftem Blick einfängt. Er inszeniert Schlüsselszenen, die den Sinn des Daseins offenzulegen scheinen.
Ramírez fokussiert solche Szenen und schafft durch deren künstlerische Ausgestaltung neue Zugänge zur Wirklichkeit. Dabei geht es ihm sowohl um das Individuum als auch um den Geist der Epoche. Beides steht in seinem Denken über den Menschen in einem engen Zusammenhang. Der Mensch ist nicht isoliert, keine Insel in seiner Zeit. Entsprechend dieser Vorstellung steht die Figur in seinem Bild nie für sich allein. Sie ist vielmehr der symbolhafte Ausdruck ihrer Zeit
Wie Farbe, Linie, Raum und Leere in den Kompositionen in einer Art dynamischer Wechselbeziehung stehen, steht auch der Mensch, der Mittelpunkt des künstlerischen Schaffens von Rafael Ramírez, in einem epochalen Kontext. Seine Bilder sind eine Art Bühne, auf der sich das Drama des Lebens entwickelt. Historische Stoffe fesseln ihn, aber dennoch: Obwohl der Künstler in seinen Bildern häufig solche Themen, wie zum Beispiel Szenen aus dem spanischen Bürgerkrieg (1936-39) oder die Verbrechen der Nationalsozialisten an der jüdischen Bevölkerung, zum Ausdruck bringt, versteht er sich nicht als Historienmaler. Die unterschiedlichen figurativen Ausformungen sind für ihn Wege, die zu einem anderen Ziel führen sollen als zu einer theatralischen Darstellung. Es geht ihm um die Betroffenheit. Bilder sind für Rafael Ramírez somit keine Abbilder im mimetischen Sinne. Er sieht seine Malerei vielmehr in der Tradition des magisch spirituellen Tafelbildes, das tiefe Schichten des Unterbewusstseins erreicht.


Aelius Trio

Jennifer Seubel studierte zunächst an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen bei Prof. Arife Gülsen Tatu, wo sie im Juli 2009 ihr Abschlussexamen im Studiengang „Diplom-Musiklehrer“ mit der Note „sehr gut“ bestand. Ihre Künstlerische Ausbildung setzte sie bei Prof. Robert Winn an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln fort und schloss im Juli 2010 ihr Studium der künstlerischen Instrumentalausbildung ebenfalls mit Auszeichnung ab. Von Oktober 2010 bis April 2014 studierte sie dort im Master-Studiengang, den sie wiederum mit ausgezeichnetem Abschluss und dem Titel “Master of Music” beendete.
Weitere musikalische Kenntnisse konnte sie durch die Teilnahme an Meisterkursen bei Prof. Eckard Haupt, Prof. Andrea Lieberknecht, Michael Cox, Robert Aikten, Gitte Marcusson, Thaddeus Watson und Prof. Eyal Ein-Habar erwerben. Schon früh begann sie mit der Orchesterarbeit. Bereits im Alter von zehn Jahren gab sie ihr Solokonzertdebüt mit dem Kreisjugendorchester Südliche Weinstraße. 2000-2006 war sie Flötistin im Landessymphonieorchester Rheinland-Pfalz, mit dem sie Konzertreisen nach Kalifornien, China, Tschechien und Polen unternahm. Weitere Orchestererfahrung sammelte sie unter anderem bei der „Deutsch-Skandinavischen Jugendphilharmonie“ der „Russischen Kammerphilharmonie St.Petersburg“ der “Kammerphilharmonie Europa” der “Jungen Kölner Philharmonie”, und bei der „Internationalen Jungen Orchesterakademie“ beim „Festival junger Künstler Bayreuth“. Seit 2010 spielt sie regelmäßig bei Projekten der „Neuen Philharmonie Westfalen“ in Recklinghausen und Gelsenkirchen und bei der „Philharmonie Südwestfalen“. Auch bei dem „Frankfurter Opern- und Museumsorchester“, bei den „Dortmunder Philharmonikern“ und beim „Stuttgarter Kammerorchester“ wird sie seither immer wieder eingeladen und konnte bereits mit Solisten wie Daniel Hope und Paul Meyer und in Sälen wie der Berliner Philharmonie, im Palau de la Musica Barcelona und dem Wiener Musikverein spielen. Auch als Solistin konnte Jennifer Seubel bereits sowohl mehrfach zusammen mit dem „Oberbergischen Symphonie-Orchester“, als auch mit dem „Collegium Musicum “ in Lwiw, Ukraine brillieren.
Zu ihren Preisen und Auszeichnungen zählen mehrere Preise auf Landes- und Bundesebene beim Musikwettbewerb „Jugend musiziert“, der 2. Preis bei den Pfälzer Hausmusiktagen, 2002, der 1. Solistenpreis und Spezialpreis für zeitgenössische Musik beim Internationalen Musikwettbewerb „Città di Barletta“ in Italien, 2006, der „Iris-Marquardt-Förderpreis“ der Hochschule Trossingen in der Kategorie Kammermusik, 2007, den 1. Preis im Rahmen des „Euroasia Musik-Festivals“, 2009, der 2. Preis. bei dem „Open National Fluitconcours Ittervoort“ in den Niederlanden, 2011 und der 2. Preis beim „Alexander & Buono International Flute Competition“, New York, 2011. Im Jahre 2002 erhielt Jennifer Seubel ein Stipendium zur Teilnahme am Workshop des „Blue Lake Fine Arts Camp“ in Michigan, USA. Seit 2003 ist sie Stipendiatin der „Paul und Yvonne Gillet Stiftung“ für junge Musiker.
Im April 2010 wurde sie in die Stiftung „Yehudi Menuhin LiveMusicNow Köln e.V.“ aufgenommen und von 2012-2014 zählte sie zu den Stipendiaten der „Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung“.
Seit Oktober 2012 ist sie als Dozentin an der Hochschule für Musik und Tanz Köln tätig und wird als Jurymitglied zu Vorspielen des Cusanuswerks und des Lions Musikpreises eingeladen. Seit Oktober 2018 ist sie zusätzlich auch als Flötendozentin an der Universität in Koblenz tätig. Regelmäßig gibt sie in unterschiedlichen Besetzungen Kammermusikkonzerte. Sei es mit dem Flötenduo „Noble“, zusammen mit Sally Beck, mit der sie auch Anfang 2018 ein Arrangement des „Karneval der Tiere“ im Bärenreiter-Verlag veröffentlichte, oder mit Ivan Petricevic, Gitarre, im „Duo Ventone“. Darüber hinaus musiziert sie im „Aelius Trio“ zusammen mit Elio Herrera, Cello, und Marco Sanna, Klavier, ist bei Projekten der „Opernwerkstatt Köln“ tätig und außerdem Flötistin beim Kollektiv 3:6 Köln, dem Ensemble für Neue Musik, das von der Kunststiftung NRW, dem Deutschen Musikrat und dem Musikfonds gefördert wird.

Elio Herrera wurde in San Carlos-Cojedes, Venezuela, geboren. Unter der Obhut des weltweit renommierten Musikprojektes „El Sistema“ erhielt er mit zehn Jahren seinen ersten Cellounterricht.
Mit dem Teresa Carreño Jugendsinfonieorchester von Venezuela spielte der damals erst 16-jährige unter der Leitung von Claudio Abbado, Sir Simon Rattle, Gustavo Dudamel, Eduardo Marturet, Sung Kwak, Frühbeck de Burgos, Maria Guinand, Placido Domingo, Christian Vasquez, Rebecca Miller, Eugene Kohn und Nikolaj Znaider und Robert H. P. Platz.
Im selben Jahr begann er das Studium an der Universität der Künste in Caracas bei William Molina und Marek Gazjler, welches er 2013 mit dem Bachelor of Music abschloss. Seit 2016 studiert Herrera Violoncello im Master an der Hochschule für Musik und Tanz Köln in der Klasse von Nadège Rochat und Prof. Maria Kliegel. Neben zahlreichen Projekten an der Hochschule, besuchte er 2018 unter anderem die Akademie für Darstellende Kunst und Musik in Montepulciano unter der Leitung von Prof. Dr. Florence Millet und Prof. Johannes Schöllhorn. Seit Februar 2018 ist er Mitglied des „Aelius Trio“ für Kammermusik. Mit dem Förderprojekt „Gargonza Arts“ für Neue Kunst gastierte er im selben Jahr an der Oper Köln.
Seine Leidenschaft für die Musik brachten ihn bereits auf weitere internationale Bühnen renommierter Konzerthäuser, darunter die Berliner Philharmonie, das Wiener Konzerthaus, das Amsterdam Concertgebouw, das Madrid Auditorio Nacional de Música, die Toulouse Halle aux Grains, das Theater am Kirchplatz in Lichtenstein, das Stavanger Konzerthus in Norwegen, das Konzerthaus in Stockholm, der München Gasteig, das Lisboa Grande Auditório, die Royal Festival Hall, das Istanbul Zorlu Center Performing Arts¸ das Festspielhaus Salzburg und das Teatro Alla Scala Milano.

„Für mich als Musiker ist es nicht nur das Cellospiel allein, welches mich erfüllt. Es ist viel mehr der Austausch zwischen Menschen und Kulturen, mit der Musik zu experimentieren und neue Konzepte entwickeln zu können.“

Marco Sanna, 1989 in Cagliari (Italien) geboren, erhält bereits im Alter von 5 Jahren seinen ersten Klavierunterricht. Er erhält ein Stipendium um für ein Jahr an der renommierten “Ecole Normale de Musique Alfred Cortot” in Paris bei Professor Patrick Zygmanowski zu studieren. Sein Studium bei Prof. Fabio Bidini beginnt Marco 2010 an der Hochschule für Musik “Hanns Eisler” in Berlin und setzt es an der HfMT in Köln fort, wo er sein Masterstudium März 2018 abgeschlossen hat. Ab Oktober 2018 beginnt er sein Kammermusik-Masterstudium an der Frankfurter Hochschule und sein Pädagogisches Bachelor an der HfMT Köln.
Er absolviert zahlreiche Meisterkurse bei Professoren wie z.B.: Fabio Bidini, Jacques Rouvier, Aquiles Delle Vigne, Benedetto Lupo, Menahem Pressler, Pinchas Zukerman, Gabor Takacs-Nagy und Andras Schiff. Vom Meisterkurs bei dem Pianisten Andras Schiff berichtet der Radiosender „Deutschlandfunk“ mit großer Begeisterung und viel Lob für die Klavierkünste Marco Sannas, der hierbei besonders viel Anerkennung fand.
Marco Sanna ist mehrfacher Preisträger von nationalen und internationalen Wettbewerben. Als Solist und Kammermusikpianist wurde er schon zu Festivals wie dem “Rome International Piano Festival” oder “Verbier Festival” eingeladen, und ist schon mehrmals in wichtigen Konzertsälen (Berliner Philharmonie und Kammermusiksaal, Konzerthaus Berlin, Audimax Bochum u.a.) aufgetreten. Im Mai 2014 veröffentlichte Marco Sanna ein gemeinsames Werk mit dem Kontrabassisten Orazio Ferrari. Es entstand eine CD für das italienische Musiklabel “Velut Luna”. Das Besondere an dieser musikalischen Zusammenarbeit ist, dass es sich hierbei um die weltweit erste Einspielung von Chopins Cello Sonate und Schumanns Adagio e Allegro auf dem Kontrabass handelt. Die CD bekam sehr positive Rezensionen von internationalen Zeitschriften wie “The Strad” und “Gramophone”. Eine zweite CD mit Musik von Rachmaninov ist im Jahr 2018 geplant.
Marco Sanna spielt regelmäßig Kammermusikabende mit Mitgliedern der Berliner Philarmoniker und der Karajan Akademie Berlin, mit der Cellistin Anne Yumino Weber (Solocellistin an der Frankfurter Oper, Solocellistin bei DRP Saarbrücken), mit dem Klarinettisten Andy Miles (Soloklarinettist bei WDR Köln).
Von Juli bis November 2017 hat Marco, zusammen mit dem Berliner „Furiant Quartet“, eine vom „Lincoln Center New York“ gesponserte Konzerttour in Europa und Amerika unternommen, mit insgesamt 290 Konzerten.

Ich freue mich auf Ihren Besuch!

Herzlichst
Gabriele Paqué

Hinweis Parken!
Parkmöglichkeiten in Bonn-Poppelsdorf, ca. 10 Gehminuten von der Blücherstraße entfernt! 

Das nächste Konzert findet am 06. April 2019 um 17:00 Uhr statt.
Sheila Arnold (Klavier) und Guido Schiefen (Cello) spielen Werke von J. Brahms

Aktuelle Ausstellung von MÁRO
Samtags ist die Galerie von 14-18 Uhr geöffnet.
Nach telefonischer Absprache kann die Ausstellung auch zu anderen Zeiten besichtigt werden.
Blücherstr. 14, 53115 Bonn
Telefon: 0228-41076755

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Update 25.03.2019 – Foto von KONZERT und LESUNG von Dieter E. Neuhaus (Dramaturg) und Urte Lucht am Hammerklavier. Mit Gemälden des Nachfahren Otto von Kotzebue.

  • By paqueklavier
  • Published Dienstag, der 12. März 2019
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v. l. n. r.: Otto von Kotzebue, Urte Lucht, Dieter E. Neuhaus
Foto: Johannes Paqué

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Zum 200. Todestag von August von Kotzebue

Liebe Freunde der Musik und Literatur,

Am Samstag, den 23.03.2019, war der 200. Todestag des berühmten Dichters und Dramaturgen August von Kotzebue. Zu diesem besonderen Anlass war das musikalisch-literarische Duo, bestehend aus Urte Lucht (Hammerklavier) und Dieter E. Neuhaus (Lesung), zu Gast im Musikstudio, welches ein hochinteressantes Programm zusammengestellt hat mit Dichtungen und Texten von August von Kotzebue sowie mit zeitgenössische Musik des Dramatikers.
Bei solch einem Programm wäre normalerweise eine abwechselnde Vorstellung von Literatur und Musik zu erwarten, doch Lucht und Neuhaus haben ein Konzept vorgestellt, das bis ins kleinste Detail konzipiert und choreographiert war, geprägt von fließenden Übergängen zwischen Musik und Lesung, bzw. ein Miteinander beider Formen. Hier zeigt sich schnell, dass Neuhaus neben dem Schauspiel auch vor allem ein erfahrener Dramaturg und Regisseur ist, der mit Lucht die perfekte Partnerin an seiner Seite hat, welche versteht, teils mit ihrem gefühlvollen Spiel und teils mit ihrem Temperament, die Balance zwischen beiden Kunstformen zu wahren. Anstelle eines abwechselnden Gegeneinanders erlebten die Zuhörer, wie sich beide Künstler synergetisch in ihrer Aussage verstärkten. So glich die Lesung fast einem Theaterstück, nicht zuletzt aufgrund der interpretatorisch hervorragend herausgearbeiteten Charaktere in Kotzebues Texten und Dichtungen, die Dieter E. Neuhaus mit viel Überzeugungskraft im Einklang mit der Musik dem Publikum vorstellte. Urte Lucht überzeugte musikalisch auf ihrem Hammerklavier mit einer Auswahl sehr sorgfältig ausgewählter Musikliteratur, mit der sie nicht nur das passende Ambiente schuf, sondern es auch verstand, die Kompositionen von Kotzebues Zeitgenossen, d.h. Mozart, Beethoven, Schubert und Salieri, dem Publikum spürbar näher zu bringen. Hierbei sollte noch erwähnt werden, dass jeder Musikkundige, der mal die Gelegenheit hatte, ein Hammerklavier auszuprobieren, schnell erkennen wird, wie anspruchsvoll dieses Instrument zu spielen ist: die Tasten sind so unglaublich leichtgängig, dass ein bloßer kräftiger Luftstoß sie schon betätigen kann, was dem Interpreten einerseits ein sehr schnelles Spiel ermöglicht, ihn andererseits aber im höchsten Maße fordert im Bereich der Dynamik zwischen Laut und Leise, was ja bekanntermaßen die Besonderheit dieses Instruments als Vorgänger des modernen Klaviers ausmacht. Dies meisterte Lucht nicht nur anhand der Stücke selbst, sondern zugleich auch im direkten Zusammenspiel mit Neuhaus’ Vortrag.

August von Kotzebue erlebten die meisten Zuhörer an diesem Nachmittag zum ersten Mal. Bekannter als seine Stücke selbst ist schließlich seine Ermordung durch den Burschenschaftler und Theologiestudenten Karl Ludwig Sand. Kotzebue wird gemeinhin von der breiten Öffentlichkeit heutzutage als ein konservativer Schriftsteller wahrgenommen, der sich dem Zeitgeist zutrotz an alten Werten klammerte und sich als erklärter Feind gegen den aufkommenden Liberalismus stellte, welcher die Pressefreiheit und eine Volksvertretung zum Ziel hatte. Passend scheinen hierzu die berühmten Worte Sands: “Hier, du Verräter des Vaterlandes!” Dies brachte Sand zur damaligen Zeit und bis heute viel Verehrung und gerade seine spätere Hinrichtung lässt ihn fast als Märtyrer erscheinen. Dass sich sein berühmter Zeitgenosse und Bekannter seit der frühen Jugend Goethe auch noch negativ später über Kotzebue äußerte, scheint den Sachverhalt zu bestätigen.
Was jedoch oftmals übersehen wird ist, dass mit dieser Bewegung in Deutschland auch ein glühender Nationalismus einherging. So war ein prominenter Vertreter dieser Bewegung, der auch Karl Ludwig Sand angehörte, Friedrich Ludwig Jahn (auch genannt “Turnvater Jahn”). Ziel seiner Bewegung war die nationale Vereinigung Deutschlands, gleiche Bürgerrechte für alle Deutschen, nationale Bildung und Aufstiegschancen auch für Kinder aus den niederen Ständen. Diese aus heutiger Sicht durchaus modernen Vorstellungen waren jedoch durchsetzt von Rassismus (besonders gegenüber Frankreich), Antisemitismus und Sexismus. So durften sich dieser Bewegung allein Männer anschließen. Juden oder aus dem Judentum zum Christentum konvertierte Menschen wurden kategorisch ausgeschlossen. Es ist von einem “Volkstum” die Rede, wonach Menschen einer Nation grundlegende Wesenszüge miteinander teilen, die sie von Menschen anderer Nationen eindeutig unterscheiden. Jahn verurteilte das Zusammenleben verschiedener Völker als “Völkermischung” und er sprach den “Blendlingsvölkern” jegliches “volkstümliche Fortleben” ab. Ein berühmtes Zitat Jahns ist: „Haß alles Fremden ist des Deutschen Pflicht”. Man kommt nicht umher, Vergleiche mit der späteren Weltanschauung der Nationalsozialisten zu ziehen.
August von Kotzebue wiederum verteidigte die damalige Weltordnung, die eine Ständegesellschaft und eine Aufteilung Deutschlands in Fürstentümer vorsah. Insofern trifft die Kritik in Bezug auf sein Festhalten an dieser konservativen Weltordnung durchaus zu. Doch gleichzeitig war er jemand, der den Frauen eine gleichwertige Rolle gegenüber den Männern zuteilte und in seinen Stücken verheiratete er Menschen aller Hautfarben und aller Religionen wild durcheinander.
Kotzebue war gegenüber den Franzosen durchaus wohlgesonnen. Dies bedeutete aber nicht, dass er auf Seiten Napoleons stand. Im Gegenteil war auch Napoleon Opfer seiner satirischen Attacken und als Verleger publizierte er viele antinapoleonischen Schriften. Er präsentierte sich somit in seiner Gesinnung als diametral entgegengesetzt zu der Bewegung Jahns und er tat seine Meinung hierzu auch öffentlich und mit viel Spott und Häme gegenüber deren Vertretern kund, was ihn zu einem verhassten Ziel machte.
Festhalten lässt sich, dass Kotzebue nicht wie Goethe Stücke geschrieben hat, die auch heute noch von großer literarischer Prägnanz sind, weshalb er uns heute auch nicht mehr so geläufig ist. Dennoch war er in vielen Bereichen ein Vordenker, der Themen anschnitt, die auch heute (wieder) von großer Aktualität sind.
Mit diesem Wissen stellt sich die Frage, ob es wirklich so sinnvoll ist, Karl Ludwig Sand, der ihn in Heimtücke und vor den Augen seines vierjährigen Sohnes brutal ermordete, als Helden in kulthafter Verehrung darzustellen (wie es bis heute noch der Fall ist), der “das Vaterland vom Verräter befreite”. Der Mord an Kotzebue offenbart sich vielmehr als Mord aus Vergeltung denn aus Vaterlandsliebe, da sich Kotzebue gegen das hasserfüllte Weltbild Sands und Jahns richtete.

In der Lesung stand jedoch nicht seine Auseinandersetzung mit der “Turnbewegung” im Vordergrund. Neuhaus wählte Texte aus, die besonders Kotzebues offene Weltanschauung, sein Selbstverständnis als Weltbürger und seinen Alltag, den er oftmals mit viel Witz erläuterte, in den Vordergrund stellten. Und dies empfing das zahlreiche und interessierte Publikum sowie allen voran unser Ehrengast, der Ururenkel Otto von Kotzebue, mit großer Rührung, Sympathie und Wohlwollen. Dabei waren die einzelnen Texte bisweilen so amüsant vorgetragen, dass selbst Urte Lucht nicht umher kam, das ein oder andere Mal mitzulachen, obwohl sie die Texte durch die vielen Proben natürlich schon längst kannte.

Eine phänomenale Vorstellung!


Liebe Freunde der Musik und Literatur,

Foto: Jörg Mascher

Manch einem mag der Name August von Kotzebue noch bekannt vorkommen. Der 1761 in Weimar geborene und 1819 in Mannheim getötete Dramatiker, Schriftsteller und Librettist war zu seiner Zeit eine wahre Größe! So war es kein Geringerer als Goethe, der oftmals von Kotzebues Werke inszenierte und mit ihm zusammen zu von Kotzebues Werken auf der Theaterbühne auftrat. Neben seinem literarischen Schaffen wurden August von Kotzebue auch noch zusätzliche Ehren zuteil.
1785 wurde er in den russischen Adelsstand erhoben. Er lebte auch einige Zeit in Russland, bis er 1817 als Generalkonsul im russischen Auftrag nach Deutschland wieder zurückkehrte. Von Kotzebue war kein Freund des deutschen Liberalismus und Nationalismus, dem er auch oftmals durch das von ihm in Weimar veröffentlichten Literarischen Wochenblatts Ausdruck verlieh. Leider machte er sich hierdurch viele Feinde, insbesondere die Burschenschaften, was ihm letztendlich zum Verhängnis wurde. Am 23. März 1819 drang der Burschenschaftler und Theologiestudent Karl Ludwig Sand in den damaligen Wohnsitz von Kotzebues in Mannheim ein und erstach ihn vor den Augen seines damals 4-jährigen Sohnes, begleitet von den Worten: “Hier, du Verräter des Vaterlandes!”

Diesem besonderen Menschen ist dieser Abend gewidmet und was würde dabei näherliegen, als in einer Lesung Geschichten August von Kotzebues zum Besten zu geben und dies im wort-wörtlichen Zusammenspiel mit Musik auf einem Hammerklavier?
Dieter E. Neuhaus kann bereits auf eine beachtliche Karriere als Inszenator diverser Opern- und Schauspielstücke zurückblicken. Ganz besonders sind auch seine inzwischen 25 Freilichttheater-Projekte, die er zusammen mit den Bürgern der jeweiligen Stadt oder Region aus Anlass historischer Ereignisse inszenierte. Hinzu kommen über 500 Auftritte als Schauspieler in diversen Produktionen. Zwischen 1975 und 1978 arbeitete er als Dramaturg am Theater der Stadt Bonn.
Urte Lucht übernimmt die musikalische Gestaltung dieses Abends mit Komponisten, die mit Sicherheit auch von Kotzebue bekannt gewesen sein dürften. Auf dem Programm stehen Werke von W. A. Mozart, F. Schubert und L. v. Beethoven. Von Letzerem weiß man übrigens, dass August von Kotzebue sogar in Kontakt zu ihm stand! Urte Lucht studierte sowohl das Cembalo als auch das Hammerklavier (u.a. bei dem weltberühmten Gustav Leonhardt) und sie kann inzwischen mehrere internationale Preise ihr Eigen nennen.
Zusammen bilden die beiden Künstler ein ganz besonderes Duo aus Literatur und Musik!

Zu diesem Anlass werden wir auch noch einen Ehrengast in unserer Mitte finden: Otto von Kotzebue! Der in München lebende Ururenkel des Verstorbenen ist Maler und war bereits schon des Öfteren in unserer Galerie zu sehen. In seinen vielen Reisen durchquerte er viele Länder, u.a. auch die Vereinigten Staaten und Russland, deren Eindrücke in seiner impressionistisch anmutenden Malerei verewigt sind. Näheres zu Otto von Kotzebue finden Sie hier.


Samstag, 23. März 2019

17 Uhr

Blücherstraße 14
53115 Bonn

Programm:

„Zwerge bleiben Zwerge, auch wenn sie auf Alpen sitzen….!“

Literarisch-theatralische und musikalische Begegnungen mit dem Dichter August von Kotzebue,
der am 23. März 1819 in Mannheim von einem Studenten erdolcht wurde
gestaltet von Urte Lucht (Hammerklavier)
und Dieter E. Neuhaus (Stimme)

Lesung

– “Ein guter Mord, ein echter Mord…“
Gerichtsdiener in „Woyzeck“ von Georg Büchner

– „Ermordung des russischen Staatsraths August von Kotzebue…“
Erinnerungsblätter für gebildete Leser aus allen Ständen am 4. April 1819

– „Zwischenbemerkungen: „1761 bis 1819 ist eine Lebenszeit….“

– Kotzebues „Ausbruch der Verzweiflung“
Gedicht

– Zwischenbemerkung: „Koetzebue, ein Diener von Kaisern, Zaren, Fürsten…..“

– Kotzebues „Gebet um Dummheit“
Gedicht

– Zwischenbemerkung: „Kotzebues Städte – Ein Leben in Europa…“

– Kotzebues Alltag
Erinnerungen

– Zwischenbemerkung: „Kotzebues Ehen – Ein Leben in der Familie.“

– Kotzebues Moral „Der Schiffer“
Gedicht

– August von Kotzebue – Homme de Theatre: „Sein Debut als Schauspieler“
Erinnerungen

– Zwischenbemerkung: „Kotzebue am Theater in der ganzen Welt….“

– Kotzebues „Gedanken eines Bauern beim Guckkasten (Schauspieltheater)“
Gedicht

– Zwischenbemerkung: „Kotzebues Welttheater – Seine Lust- und Schauspiele“

– Kotzebues „Ansichten und Einsichten“
Gedanken

– Zwischenbemerkung: „August von Kotzebue – Ein Kämpfer gegen die Zeitenwende…“

– Johann Wolfgang Goethes Kotzebue-Verachtung
Wartburgfest-Gedicht

– „Zufälliges Eintreffen einer Prophezeihung”
Erinnerungsblätter für gebildete Leser aus alle Ständen am 18. Apriln 1819

– „Carl Ludwig Sand“
Nachricht

– „Sands letzter Wille“
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– August von Kotzebues eigener, von ihm selbst verfasster Nachruf

– Kotzebue-Vermächtnis „Es kann ja nicht immer so bleiben…“
Gedicht

Musik

Franz Schubert (1797 – 1828)
Impromptu As-Dur (Allegretto) opus posth.142

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)
Deutsche Tänze KV 509
Präludium C-Dur KV 394
Rondo D-Dur (Allegro) KV 485

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Variationen über „Tändeln und Scherzen“ von F.X. Süssmayr WoO 76

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)
Adagio für Glasharmonika KV 356

Franz Schubert (1797 – 1828)
Impromptu B-Dur (Andante) opus posth.142

Antonio Salieri (1750 – 1825)
Sonata C-Dur, 4.Satz (Allegro)

Die Kotzebue-Texte finden sich in Veröffentlichungen aus den Jahren 1780 bis 1822 und sind auf Mikrofilmen der Universitätsbibliothek Freiburg i.Br. nachzulesen.

Eintritt: 18,- € / 10,- € erm.

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Urte Lucht

Foto: Andreas Becker

Bereits im Alter von vier Jahren begann Urte Lucht mit dem Cembalospiel. Als Jugendliche besuchte sie Meisterkurse für Cembalo, Hammerflügel und Kammermusik bei Gustav Leonhardt, Jos van Immerseel und Nikolaus Harnoncourt. Nach dem Studium in Hamburg, Zürich (bei Johann Sonnleitner) und Basel an der Schola Cantorum Basiliensis (bei Jesper Christensen) begann ihre rege Konzerttätigkeit sowohl auf dem Cembalo als auch dem Hammerflügel. Internationale Preise, Rundfunk-, Fernseh- und CD-Aufnahmen folgten. Urte Lucht tritt bei den großen Festspielen wie Schleswig Holstein Musikfestival, Barockfestspiele  Arolsen, Tage Alter Musik Regensburg, Bodensee-Festival, Europäische Wochen Passau, Landshuter Hofmusiktage auf. Sie konzertierte unter anderem mit Maria Cristina Kiehr, Simone Kermes, Constanze Backes, Andrea Bischoff, Stefan Fuchs (Ensemble Trazom), Leila Schayegh und Frieder Bernius. Neben der historisch informierten Aufführungspraxis hat Urte Lucht ein großes Interesse an Neuer Musik, belegt durch etliche Erst- und Uraufführungen, zum Beispiel von Werken Josef Tals und Erhan Sanris. Im Schweizer Radio SRF ist sie oft als Fachexpertin in der Sendung „Diskothek“ zu hören und ist außerdem Mitbegründerin des Ettenheimer Musiksommers, der renommierten Konzertreihe für Alte Musik in der Barockstadt Ettenheim.
Seit 2007 lehrt Urte Lucht an der Staatlichen Hochschule für Musik Karlsruhe. Von  2000 – 2003 war sie Dozentin an der Internationalen Frühjahrsakademie für Alte Musik in Stift Geras, Österreich, und  unterrichtete 2005 bei den Internationalen Sommerkursen im Schloß Bietigheim

Dieter E. Neuhaus – Regisseur, Autor, Schauspieler

Bildrechte: privat

Dieter E. Neuhaus war von 1972 bis 1985 an den Theatern in Schleswig, Luzern, Bonn und Freiburg i. Br. engagiert. Seither arbeitet er freiberuflich. Er leitete Opern- (u.a. „Dido und Aeneas“ von Purcell, „Orpheus und Eurydike“ von Gluck) und Schauspiel-Projekte (u.a. zweisprachige Inszenierungen mit
jungen Schauspielern aus Frankreich und Deutschland).
Von besonderer Bedeutung für ihn sind die 25 Freilichttheater-Projekte, die er mit Menschen eines Ortes oder einer Region oftmals aus Anlass eines historischen Ereignisses erarbeitete: u.a. „Das Festspiel Sempach“(Kanton Luzern/Schweiz – 1986), „Das Weidener Stadt-Schauspiel“ (Oberpfalz – 1992), „Das Offenburger Freiheitsfest“ (1997), „Der Jahrtausendkehraus in Brauweiler“ (Pulheim – 1999), Stadt – Land – Fluss: Kehl 2010“ und „Das Emmendinger 600 Jahr’-Marktspiel“ (2018).
Als Schauspieler gestaltete er bei über 500 Auftritten in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Holland und in Rundfunksendern dieser Länder Texte (u.a.) von Boccaccio, Grimmelshausen, Hölderlin, Goethe, Hans Christian Andersen, Mark Twain und zusammen mit Musikerinnen und Musikern Dichtungen des Barock, des Expressionismus, die „Bild“-Zeitung und „Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner in 98 Minuten“. „Komm Trost der Nacht, o Nachtigall“ ist der Titel des ersten gemeinsamen Programms mit Urte Lucht: Musik und Lyrik aus der Barockzeit.

Ich freue mich auf Ihren Besuch!

Herzlichst
Gabriele Paqué

Hinweis Parken!
Parkmöglichkeiten in Bonn-Poppelsdorf, ca. 10 Gehminuten von der Blücherstraße entfernt! 

Die nächste Ausstellungseröffnung findet am 30. März 2019 statt.
Das Musikstudio präsentiert MÁRO

Aktuelle Ausstellung von Lucia Hinz: Tanz der Farben
Samtags ist die Galerie von 14-18 Uhr geöffnet.
Nach telefonischer Absprache kann die Ausstellung auch zu anderen Zeiten besichtigt werden.
Blücherstr. 14, 53115 Bonn
Telefon: 0228-41076755

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