Update 07.04.2019 – Fotos vom KONZERT: Sheila Arnold (Klavier) und Guido Schiefen (Cello) spielen Werke von Brahms

Foto: Rona Rahbari

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Liebe Musikliebhaber,

Am Samstag, den 6. April 2019 fand das Konzert mit Sheila Arnold (Klavier) und Guido Schiefen (Cello) statt. Auf dem Programm standen die beiden Sonaten von Johannes Brahms, die er allein für diese beiden Instrumente komponiert hatte. Arnold und Schiefen sind keine Unbekannten in der Musikszene und so überraschte es auch nicht, dass das Studio sehr gut besucht war mit hoch interessierten Menschen von nah und fern. Sie erwartete ein wundervoller und sehr kurzweiliger früher Abend. Brahms schrieb damals die Sonaten im Abstand von mehr als 20 Jahren und das machte sich auch in der Unterschiedlichkeit der Kompositionen bemerkbar, die selbstverständlich beide hoch emotionale Werke sind.
Es wird vermutet, dass Brahms die erste Sonate im noch recht jungen Alter von 29 mit Gedanken an Clara Schumann, eine bekannte Komponistin und Pianistin, schrieb, in die er schon seit 10 Jahren verliebt war. Genaueres über die beiden ist leider schwer zu erfahren, da nur noch wenige Dokumente hierzu erhalten sind. Doch war Clara auch Ehefrau von Robert Schumann und Mutter von 7 Kindern. Es konnte also nicht einfach für Brahms gewesen sein. Offiziell war die Sonate jedoch Prof. Josef Gänsbacher gewidmet, einem Juristen und Sänger, der nebenbei auch Cello spielte. Diese vielleicht unerwiderte Liebe zwischen Brahms und Schumann meint der Zuhörer zumindest in der Unterschiedlichkeit der Sätze zwischen Freude und Melancholie heraushören zu können. Interessanterweise ist der langsame 2. Satz verschollen. Dieser soll angeblich am meisten in Gedanken an Clara geschrieben worden sein, doch Brahms entschied sich gegen seine Veröffentlichung und selbst Clara, die ihn darum gebeten hatte, ihr das Stück vorzuspielen, verweigerte ihre Bitte. Seitdem gilt die Sonate als unvollständig.
Die 2. Sonate schrieb Brahms 1886 für den berühmten Cellisten Robert Hausmann, der ihn schon länger gebeten hatte, ein Cellokonzert zu schreiben. Die Sonate gilt als späte Antwort auf seine 1. Sonate, doch sie ist unmissverständlich ein spätes Werk, was beispielsweise an Elementen wie dem zu dieser Zeit von ihm oft verwendeten Pizzicato-Einlagen im Bass für das Cello ersichtlich wird. Robert Hausmann galt als Hüne, der auch einen entsprechend kraftvollen Ton am Cello spielen konnte und dies macht sich auch in der Komposition bemerkbar.
Guido Schiefen ist mit seinen über 1,90 Metern und seinem kraftvollen und hoch emotionalen Spiel hierfür also genau die richtige Besetzung. In diesem Konzert bewies er, dass er ein ausgesprochener Meister dieses Instruments ist und der tiefe, seelige Bass des Instruments trug sich wie eine sanfte Decke, in die man sich an kalten Tagen einwickeln möchte, bis in die hintersten Ecken des Raums. Gleichzeitig überzeugte sein sehr in der Dynamik ausdifferenziertes Spiel mit einer Feinfühligkeit, die sich auch in der Mimik des Interpreten wiederfand. Manche Musiker pflegen eine sehr dramatische Zurschaustellung ihrer Musik durch die Gestik, doch nicht so Schiefen.  Viel mehr ist es die Übertragung des Herzens durch den ganzen Körper bis hinein in die Fingerspitzen, ohne dabei aber überbordend zu werden. Es ist schwer, nicht ins Schwärmen zu geraten!
Mit Sheila Arnold fand er seine perfekte Partnerin am Klavier. Ihr sanftes bis kraftvolles Spiel komplementierte in perfekter Harmonie sein Spiel und hielt die Balance zwischen beiden Instrumenten. Somit bewies sie, dass sie nicht nur eine hervorragende Solistin ist, sondern auch ein sehr feines Gespür für die Kammermusik hat, indem sie versteht, sich in den Klang einerseits einzufügen, jedoch dabei immer noch durch ihre Spielart klanglich in ihrer Individualität überzeugt. Der Flügel von Ernst Kaps (von 1875 mit Erard-Mechanik) war hierfür zeitlich und klanglich somit ein sehr passendes Instrument, das mit dem Cello, welches sogar noch ungefähr 100 Jahre älter ist, eine wunderbare Harmonie erzeugte.

Bravo!

Presse


Liebe Musik- und Kunstfreunde,

Sheila Arnold hatte bereits mehrfache atemberaubende Auftritte im Musikstudio und somit ist es mir eine sehr große Freude, dass sie auch nun wieder ein Konzert bei mir spielen wird! Doch anstelle eines Solo-Programms präsentiert sie diesmal zusammen mit dem herausragenden Cellisten Guido Schiefen die einzigen beiden Sonaten von Johannes Brahms, die er je für diese beiden Instrumente verfasste: Die Sonaten für Violoncello und Klavier Nr. 1 und 2!
Brahms komponierte die erste Sonate zwischen 1862 und 1865, d.h. in dem jungen Alter von 29, und die zweite 1886, welche dann 1887 zuerst veröffentlicht wurde. Er widmete die erste Sonate Josef Gänsbacher, welcher Professor für Gesang und ein Laienmusiker am Cello war. Die begleitenden Worte zu der Sonate sind: “Das Klavier sollte ein Partner sein – oft ein führender, oft ein aufmerksamer und rücksichtsvoller Partner -, aber keinesfalls eine rein begleitende Rolle einnehmen.” Die zweite Sonate ist Robert Hausmann gewidmet, einem berühmten Cellisten, welcher die erste Sonate populär gemacht hatte. Dieser hatte nun auch zusammen mit Joseph Joachim die große Ehre, die Uraufführung der zweiten Sonate zu spielen.

Tauchen Sie mit uns ein in diese wunderschöne Musik der Romantik!


Samstag, 6. April 2019

17 Uhr

Musikstudio & Galerie: Gabriele Paqué
Blücherstraße 14

53115 Bonn

Programm:

Johannes Brahms (1833 – 1897)

Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 1 e-moll op. 38
1. Allegro non troppo
2. Allegretto quasi menuetto
3. Allegro

PAUSE

Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 2 F-Dur op. 99
1. Allegro vivace
2. Adagio affetuoso
3. Allegro passionato
4. Allegro molto

Eintritt: 18,- € / 10,- € erm.

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Foto: Marion Koell

Sheila Arnold gehört zu der Generation von Pianisten, die sich gleichermaßen auf dem modernen Konzertflügel wie auf dem Fortepiano zu Hause fühlen. Das symbiotische Verhältnis beider Instrumente zueinander ist für sie stetige Informations- und Inspirationsquelle. Die daraus resultierenden Fragen zur Artikulation, Phrasierung, zur Klangästhetik und der „musikalischen Klangrede“ bilden ein wesentliches Element ihres Spiels und ihres Unterrichts Dabei umfasst ihr Repertoire den gesamten Bereich der Musik vom 18. Jahrhundert bis hin zu Uraufführungen zeitgenössischer Werke.
Herausragende Erfolge bei nationalen und internationalen Klavierwettbewerben wie z. B. dem Clara Haskil Wettbewerb in Vevey 1995 und der Mozartpreis der Mozartgesellschaft Wiesbaden, der ihr im Rahmen des Internationalen Mozartwettbewerbs Salzburg 1995 verliehen wurde sowie zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen trugen zu Sheila Arnolds weltweiten Konzerttätigkeit bei.
Zu ihren musikalischen Partnern zählten namhafte Orchester wie das Orchestre de Chambre de Lausanne, das Orchester der Beethovenhalle Bonn oder das Prager Kammerorchester und Dirigenten wie Jesús López-Cobos, Marc Soustrot oder Michael Hofstetter. Sie spielte als Solistin in den größten Konzertsälen Deutschlands und anderer Europäischer Länder. Kammermusikpartner waren Nina Janssen, Sergio Azzolini, Wilhelm Bruns, Ralf Manno, Guido Schiefen, Michael Faust, Isabelle Faust, Latica Honda-Rosenberg, das Mandelring-Quartett und viele andere. Musikalisch bereichernde und herzliche Begegnungen hatte sie beispielsweise beim Heimbacher Kammermusikfestival „Spannungen“, dem Hambacher Musikfest und vielen anderen renommierten Festivals in Europa, Indien und den USA.
Prägend für ihre Interpretationen wurde nicht nur der Unterricht in der Kindheit bei Prof. Heidi Köhler, ihre Studienzeit bei Prof. Karl-Heinz Kämmerling, sondern auch Begegnungen mit Musikern wie Ferenc Rados, Dénes Zsigmondy, Pepe Romero, Elisabeth Leonskaja, Claude Frank oder Lev Naumov in ihrer Vielfältigkeit. Insbesondere ihre Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Sprache bereichern sie auf der Suche nach der (auch non-)verbalen Kommunikation menschlicher und künstlerischer Inhalte. Auf diesem Wege war ihr die Arbeit mit dem Schauspieler Bernt Hahn von besonderer Bedeutung.
Wenn es ihre Zeit erlaubt, beteiligt sie sich am von Lars Vogt initiierten internationalen Projekt www.rhapsody-in-school.de, das weltbekannte Musiker in die Schulen führt.
Mit großer Freude schafft es Sheila Arnold, auch Kinder für die klassische Musik zu begeistern. Ihr erfolgreiches Kinder-Musik-Theaterstück „Wolferl auf Reisen – oder Pipsi, Miss Pimpes und das Lautleise“, mit der Schauspielerin Uta Jacobi als Mozarts Hündin Miss Pimpes und ihr selbst als „beste Freundin“ dieser Hündin an Cembalo und Hammerklavier, wendet sich explizit an Grundschulkinder.
Seit ihrer frühesten Jugend wurden ihre Konzerte national und international bei Rundfunk-und Fernsehsendern sowie in einer umfangreichen Diskografie dokumentiert. Angefangen mit Cembalowerken der Französin Elisabeth Jacquet de La Guerre über Werke von W. A. Mozart, F. Chopin, Robert und Clara Schumann, Louise Farrenc, J. Brahms, E. Granados, A. Scrijabin bis hin zu Werken von Tatjana Komarova und anderen zeitgenössischen KomponistInnen sind hier Aufnahmen sowohl auf historischen als auch auf modernen Flügeln zu hören. Ihre letzte CD mit Werken von Franz Schubert erschien im Januar 2016 wieder beim Label Cavi-Music und erhielt durchweg begeisterte Kritiken.

Sheila Arnold ist Professorin an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

www.sheilaarnold.de

Foto: Mark Thompson

„…I do not hesitate to say that he is the most phenomenally gifted cellist I have ever heard…“ So schrieb der legendäre Londoner Klavierpädagoge Peter Feuchtwanger über Guido Schiefen, nachdem er den Cellisten 1982 im Alter von 14 Jahren erstmals erlebt hatte.
Nach einem hoffnungsvollen Anfang auf der Violine entdeckte Guido Schiefen bald seine Liebe zum Cello. Schnelle Fortschritte führten ihn zu ersten Wettbewerbserfolgen bei „Jugend musiziert“ (1. Preis im Bundeswettbewerb 1980) und bald darauf zum Beginn seines Studiums als Jungstudent an der Musikhochschule Köln bei Prof. Alwin Bauer. Weitere Anregungen erhielt er unter anderem von Maurice Gendron und Siegfried Palm.
Schon als Jugendlicher entwickelte sich eine rege Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker. Nach dem Abitur und zu Beginn des Vollstudiums Ende der achtziger Jahre erste bedeutende Auftritte sowie Rundfunk- und Fernsehproduktionen, gefolgt von ersten CD-Aufnahmen, dem Gewinn des Kölner Hochschulwettbewerbs und des Stipendiums der „Studienstiftung des Deutschen Volkes“. 1990 wurde Guido Schiefen im Alter von 22 Jahren Preisträger des 9. Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerbs in Moskau.
Es folgten der Förderpreis des Landes Nordrhein Westfalen für junge Künstler, Auftritte bei bedeutenden Musikfestivals (u.a. Bachwoche Ansbach, Musikfestival Davos, Rheingau Musikfestival, Internationales Musikfestival Echternach / Luxemburg, Saga Musikfestival Japan u.a.), weltweit Auftritte als Solist und Kammermusiker in großen Konzertsälen, als Solist mit zahlreichen Orchestern im In- und Ausland (z. B. WDR Köln, Bamberger Symphoniker, Berliner Symphoniker, Festival Strings Lucerne, Royal Philharmonic Orchestra London) und Sonatenabende mit Pianisten wie Pavel Gililov, Günter Ludwig, Olaf Dressler und Alfredo Perl. Mit dem „Ensemble Incanto“ und anderen hervorragenden Kammermusikpartnern ebenfalls weltweite Konzerttätigkeit.
Guido Schiefens breitgefächertes Repertoire beinhaltet die wesentlichen Werke des Standardrepertoires und darüber hinaus viele entlegene Kompositionen unterschiedlichster Epochen . Bei den Musik-Verlagen Tonger (Köln), Schott (Mainz), Peters (Leipzig) u.a. hat er verschiedene Werke für Violoncello neu herausgegeben. Vieles davon ist auf mehr als 30 CDs während der letzten 30 Jahre dokumentiert worden: u.a. bei den Labels Arte Nova, Oehms Classics, cpo, Dabringhaus & Grimm. Die meisten dieser Einspielungen wurden enthusiastisch rezensiert und haben den Ruf Guido Schiefens als einen der führenden Cellisten seiner Generation gefestigt.
In jüngster Zeit veröffentlichte Guido Schiefen sämtliche Werke für Violoncello und Klavier von Max Reger zusammen mit Jacob Leuschner, Klavier beim Label Oehms Classics sowie Werke für Violoncello und Klavier von Robert Schumann unter dem Titel „Schumannia“ zusammen mit dem Pianisten Markus Kreul bei Dabringhaus & Grimm. Infolge der letztgenannten Veröffentlichung wurde er zusammen mit Markus Kreul in die Künstlerliste des Schumann Forums Bonn aufgenommen und 2017 zum „Schumann Botschafter“ ernannt.
Mit großer Leidenschaft widmet sich Guido Schiefen der pädagogischen Tätigkeit. Seit vielen Jahren gibt er Meisterkurse in Deutschland, den USA, in Ungarn und anderen Ländern. Seit September 2008 unterrichtet er in der Schweiz an der Hochschule Luzern – Musik, an der er 2009 zum Professor ernannt wurde. Seit 2000 ist Guido Schiefen künstlerischer Leiter der Konzertreihe „Klassik Bühne Rhein-Sieg“.

www.guidoschiefen.de

 

Ich freue mich auf Ihren Besuch!

Herzlichst
Gabriele Paqué

Hinweis Parken!
Parkmöglichkeiten in Bonn-Poppelsdorf, ca. 10 Gehminuten von der Blücherstraße entfernt! 

Das nächste Konzert findet am 04. Mai 2019 um 17:00 Uhr statt.
Frühlingsgefühle: Musik mit Lesung aus der “Kreutzersonate” von Tolstoi. Das Duo Sis präsentiert Werke Beethovens für Violine und Piano.

Aktuelle Ausstellung von Máro
Samtags ist die Galerie von 14-18 Uhr geöffnet.
Nach telefonischer Absprache kann die Ausstellung auch zu anderen Zeiten besichtigt werden.
Blücherstr. 14, 53115 Bonn
Telefon: 0228-41076755

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