26.10.2019 – KONZERT: Sigrun Stephan (Cembalo) und Andreas Nachtsheim (Laute) präsentieren Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts, mit Lesung aus “Über den Umgang mit Menschen” von Knigge

Foto: Elke Mühlhoff

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Liebe Freunde der Musik,

An diesem Tag erwartet Sie wieder einmal ein außergewöhnliches Programm: Sigrun Stephan, die schon mehrmals im Musikstudio zu hören war und zuletzt zusammen mit Gerald Hambitzer vor wenigen Wochen auf ihrem Clavichord konzertierte, präsentiert zusammen mit Andreas Nachtsheim (Laute) Werke von G.F. Händel, G. Frescobaldi, G. Sanz D. Ortiz M. Weckmann, J.S. Bach u.a. aus dem 16. bis 18. Jahrhundert.
Begleitet wird das Konzert mit Lesungen aus dem Buch “Über den Umgang mit Menschen” (1788) von Adolph Freiherr von Knigge:

“…Was muss ich heute zu dem Empfang tragen? – Wen in diesem Kreise muss ich zuerst begrüßen? – Wie gruppiere ich die Rot- und Weißweingläser richtig auf dem Tisch? – In welcher Reihenfolge hat das Besteck neben den Tellern zu liegen?”
Diese und ähnliche Fragen sind die, auf die „Der Knigge“ uns angeblich eine Antwort gibt. Nun hat aber dieser arme Freiherr von Knigge in seinen Schriften über solche ‚textilen’ und ‚cuisinalen’
Lappalien niemals etwas verlauten lassen.
Sein berühmtes Buch „Über den Umgang mit Menschen“ erschien 1788 und war ursprünglich eine Aufklärungsschrift mit Überlegungen und Anregungen für den Umgang mit den verschiedenen
Generationen, gesellschaftlichen Gruppen, Berufen und Charakteren. Es waren sehr durchdachte und weltkundige Erläuterungen, eine Art angewandte Soziologie. Und so tragen die Kapitel dieses Buches Titel wie: „Über den Umgang mit Leuten von verschiedenen Temperamenten“, „Über den Umgang unter Freunden“, „Über den Umgang mit und unter Verliebten“,“ Über den Umgang mit den Großen dieser Erde, mit Fürsten und Reichen“, „Über den Umgang mit sich selbst“, aber auch „Über den Umgang mit Gelehrten und Künstlern“.
Dieses Buch wurde später zu einem ‚Benimmbuch’ umfunktioniert. Das begann nach dem Tode Knigges, als der Verlag die neuen Auflagen um Benimmregeln erweiterte. Regelmäßig erschienen später weitere Auflagen ‚des Knigge’ – hauptsächlich dann nur noch mit Kleiderregeln, die mit Knigges Buch selbst nichts mehr zu tun hatten.

Text von Sigrun Stephan und Andreas Nachtsheim


Samstag, 26. Oktober 2019

17:00 Uhr

im
Musikstudio & Galerie: Gabriele Paqué
Blücherstraße 14
53115 Bonn

Programm:

Vom Lauf der Dinge…
Musik vom 16. bis zum 18. Jh.
für Tasten und Lauten

Georg Friedrich Händel (1685-1759)
Entrée
Bourrée
Sarabande – Tanz von Asiatern
Rigaudon – Tanz von Africanern

Girolamo Frescobaldi (1583-1643)
Ciacona

Alessandro Piccinini (1566-1638)
Ciaconna

Girolamo Frescobaldi (1583-1643)
Toccata Sesta
Corrente Sesta

Anonym (aus: Cancionero de Palacio, Ende 15. Jh.)
Mas vale trocar…
(Besser ist es, Freude gegen Leid einzutauschen, als ohne Liebe zu sein)

Hans Newsidler (1. Hälfte 16. Jh.)
Der Königin Tantz
Zart schöne Fraw

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Aria
(aus: Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach)

Anonym (aus: Cancionero de Palacio, Ende 15. Jh.)
Al alva venid, buen amigo…
(Komm im Morgengrauen, lieber Freund, der du mir der Teuerste bist…)

Robert Ballard (um 1600)
Branles de Village

Philippe Verdelotto (1. Hälfte 16. Jh.)
Se mai provasti, donna
(Wenn Ihr je die Liebe erfahren habt, Herrin…)

Johann Caspar Ferdinand Fischer (gest. 1746)
Praeludium und Chaconne VII in G (Cembalo)

Giovanni Kapsberger (1580-1651)
Preludio – Kapsperger

Antonio de Cabezón (1510-1566)
Pavana con su glosa

Gaspar Sanz (1640-1710)

Diego Ortiz (Mitte 16. Jh)
Recercada segunda

Eintritt: 18,- € / 10,- € erm.

Mit dem ausfüllen der unteren Felder können Sie sich bequem Karten reservieren:

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Anzahl der Personen (benötigt)

Telefon (optional)


Sigrun Stephan

Foto: Elke Mühlhoff

In Eisenach, derselben Stadt wie Johann Sebastian Bach geboren zu sein, erfüllte die Cembalistin Sigrun Stephan schon als Kind mit Stolz. In Weimar, wo sie die Spezialschule für Musik besuchte und anschließend an der Hochschule Klavier studierte, wurde sie durch eine Gedenktafel für Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel Bach täglich daran erinnert, dass es außer dem Klavier noch andere wunderbare Tasteninstrumente gibt.
Der Wunsch das Cembalo zu erkunden verschlug sie ausgerechnet in das Ruhrgebiet, wo sie sich an der Folkwanghochschule Essen den historischen Tasteninstrumenten widmete. Dort hatte sie im
Anschluss an das Cembalostudium auch einen Lehrauftrag inne. Sigrun Stephan spielt in verschiedenen Ensembles Continuo, ist solistisch tätig und wirkt bei zahlreichen CD-Produktionen mit.
Seit 2006 widmet sich Sigrun Stephan intensiv dem Clavichord und hat sich solistisch auf dieses ausdrucksstarke, sensible Instrument spezialisiert. Ihr Motto “Lautstärke beweist gar nichts!” stammt von Mark Twain.

Andreas Nachtsheim

Foto: Elke Mühlhoff

Andreas Nachtsheim hat seine musikalischen Wurzeln in der Rockmusik, ging daneben aber schon als Jugendlicher – zunächst auf einer selbstgebauten Laute – seinem Faible für Renaissanceund Barockmusik nach. Schließlich entschied er sich ganz für dieses frühe Ende der Musikgeschichte und studierte Laute und Continuospiel und parallel dazu Musikwissenschaft.
Er arbeitet als Lautenist und Continuo-Spieler in unterschiedlichsten Besetzungen: so tourte er längere Zeit mit dem Geiger Nigel Kennedy und spielte mit solchen Ausnahmemusikern wie Philippe Jaroussky, Simone Kermes und Giuliano Carmignola. Insbesondere verbunden ist er mit der Lautten Compagney Berlin und deren Leiter Wolfgang Katschner. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Betätigung ist das Continuospiel in Barockopern-Produktionen an verschiedensten Theatern von Hannover bis Basel und von Aachen bis Berlin.

Ich freue mich auf Ihren Besuch!

Herzlichst
Gabriele Paqué

Hinweis Parken!
Parkmöglichkeiten in Bonn-Poppelsdorf, ca. 10 Gehminuten von der Blücherstraße entfernt! 

Das nächste Konzert findet am 16.11.2019 statt:
Studenten von Prof. Gesa Lücker spielen das “Wohltemperierte Clavier Band II” von J.S. Bach

Aktuelle Ausstellung: Victor Shtivelberg präsentiert “Watching and Listening”
Samtags ist die Galerie von 14-18 Uhr geöffnet.
Nach telefonischer Absprache kann die Ausstellung auch zu anderen Zeiten besichtigt werden.
Blücherstr. 14, 53115 Bonn
Telefon: 0228-41076755

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